Hypoport – Starkes Geschäftsmodell mit viel Wachstumspotenzial stimmt Analysten positiv

In einem Crash werden alle Aktien gleich behandelt – raus, nur raus damit aus dem Depot. Anlegern ist es ab einer gewissen Schmerzgrenze meist egal, welches Geschäftsmodell hinter der Aktie im Depot steckt. Gründliches Research vor dem Kauf wird missachtet. Wenn der Markt crasht, dann setzt der Verstand oft aus. Anders sind diese Diagramme zum Verhalten von Anlegern nicht zu erklären, die auch jetzt wieder die Runde machen.

Womit wir bei Hypoport wären. Auch die Aktie des Anbieters einer Kreditplattform für die Immobilienbranche ist in diesem Marktumfeld unter Druck gekommen. Im Kursbild ist da zwar nur eine Korrektur im intakten Aufwärtstrend zu sehen. Aber komisch ist es schon, zumal die „reinen“ Immobilienaktien – wie z. B. Vonovia – so gut wie gar nicht in den Abwärtsstrudel hineingezogen wurden – bislang?

Hypoport erwirtschaftet den Löwenanteil des Geschäftsumsatzes mit der Vermittlung von Immobilienfinanzierungen über die Europace-Plattform. Hier können sich Kreditsuchende schnell im Internet das beste Finanzierungsangebot von über 500 angeschlossenen Finanzinstituten herausfiltern lassen. Wer jetzt glaubt, diese Plattform werde nur von Privatkunden genutzt, die z. B. auf dem Vergleichsportal Check24 ihre Anfrage starten, der irrt. Hypoport hat die Sparkassen und Genossenschaftsbanken als Nutzer von Europace im Visier – und zwar so erfolgreich, dass der Konzern hohe Wachstumsraten im zweistelligen Bereich realisiert.

Inzwischen habe Hypoport laut Börse Online 227 von 385 Sparkassen als Vertragspartner gewinnen können. Bei den Genossenschaftsbanken habe man mit 279 von 915 Instituten Verträge geschlossen. Es besteht also noch Potenzial. Es dürfe leicht zu heben sein. Denn Hypoport habe mit den jeweils 50 größten Sparkassen und Genossenschaftsbanken Verträge geschlossen – das dürfe Leitbildfunktion für die übrigen Häuser haben. Wie profitabel dieses Geschäft ist, lasse sich an den Neunmonatszahlen ablesen. Der Umsatz aus dem Vermittlungsgeschäft sei um 31 % auf 81,5 Mio. Euro angezogen und das EBIT habe im Jahresvergleich um rund 33 % auf 18,8 Mio. Euro zugelegt.

Das Ende der Fahnenstange sei beim Wachstum aber noch längst nicht erreicht. Gerade bei den gemeinnützigen Instituten werde erst 2 bis 4 % aller Kreditvergaben über die Europace-Plattform abgewickelt. Bei den privaten Banken liege der Anteil schon bei gut einem Drittel. Hypoport sei aber laut Börse Online dabei, das Erfolgsmodell Europace auf einen neuen Milliardenmarkt zu übertragen.

Der Konzern wolle das Vergleichsportal für die private Baufinanzierung auch in der Versicherungsbranche zum Erfolg machen. Die Plattform Insurtech solle Versicherungsmaklern eine Cloud-Software zum Vergleichen, Beraten und Verwalten der Kunden und deren Policen bieten. Ziel sei es, mit Insurtech den Maklern bei Sparen der Verwaltungsausgaben zu helfen. Die Vergütung für Hypoport solle über einen Anteil an den Bestandsprovisionen erfolgen. Damit käme Hypoport in den Genuss sicherer wiederkehrender Erlöse. Laut Branchenkennern könne man von EBIT-Margen zwischen 30 und 50 % ausgehen.

Das könne auch die ambitionierten Wachstumsziele des Konzerns erklären. Bis 2025 wolle Hypoport den Umsatz auf 260 Mio. steigern. Das EBIT solle in den Bereich von 34 Mio. Euro vorstoßen. Angesichts dieser Wachstumsfantasie rät Börse Online mit einem Kursziel von 195 Euro zum Kauf (31 % Potenzial).

Die Liste anderer Analysten mit positiven Ratings und hohen Kurszielen für die Aktie von Hypoport ist lang. Die Investmentbank Oddo BHF hat kürzlich den Titel von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft, allerdings das Kursziel von 189 Euro um 2 Euro gekappt (26 % Potenzial). Auch die Commerzbank hat den Titel zuletzt von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 207 Euro bestätigt (38 % Potenzial). Reichlich Luft nach oben sieht das Analysehaus Warburg Research aktuell mit einem Kursziel von 250 Euro (67 % Potenzial).

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