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Portfoliocheck: Bei Fortive reizt Andreas Halvorsen der Doppeleffekt aus zyklischer Erholung und Spin-off

Ole Andreas Halvorsen managt in seinem Viking Global Hedgefonds gut 22 Milliarden Dollar und erzielte in den vergangenen 19 Jahren für seine Anleger eine durchschnittliche Jahresrendite von über 20 Prozent. Er führt ein stark konzentriertes Portfolio, in dem die zehn größten Positionen mehr als die Hälfte des Depotwertes beisteuern.

Halvorsen gehört zu den sogenannten Tiger Cups, den Tigerwelpen. Die Bezeichnung geht zurück auf den legendären Hedgefonds-Manager Julian Robertson, der mit einem durchschnittlichen ROI von über 30 Prozent seiner Tiger Management Group zu den erfolgreichsten Fondsmanagern des letzten Jahrhunderts gehört. Robertson war aber nicht nur ein großartiger Investor, sondern ein mindestens ebenso guter Lehrer. Zu seinen Schülern gehören 50 der erfolgreichsten Fonds Manager der Welt, wie Stephen Mandel (Lone Pine), Rob Citrone (Discovery Capital Management), Philippe Laffont (Coatue Management), Lee Ainslie (Maverick Capital) und eben Andreas Halvorsen (Viking Global).

Top Transaktionen im dritten Quartal

Im dritten Quartal hat Andreas Halvorsen sein Portfolio erneut stark durcheinander gewirbelt und brachte es auf eine Turnoverrate von stattlichen 46 Prozent. Am Quartalsende hielt er 62 Positionen, darunter 15 Neuinvestments.

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Nachdem Halvorsen im ersten Quartal gut gelaufene Technologiewerte reduziert hatte, stockte er viele von ihnen im zweiten Quartal wieder auf, um hier im dritten Quartal wieder vereinzelt Gewinne mitzunehmen. Ganz neu ist er bei ServiceNow an Bord. Seine Netflix-Position verdoppelte er und Square baute er sogar um 277 Prozent aus, während er Salesforce um 69 Prozent aufstockte und Alibaba um 275 Prozent; den chinesischen Internetgiganten hatte er in den beiden Vorquartalen noch beinahe vollständig ausverkauft.

Anthem reduzierte er im Gegenzug um 25 Prozent, Activision Blizzard um 90 Prozent und Adobe um 74 Prozent.

Beim Gesundheitskonzern United Health stieg Halvorsen nun komplett aus und auch beim Rüstungskonzern United Technologies verkaufte er 70 Prozent seiner Anteile. Dafür stockte er bei der Baumarktkette Lowes um weitere 275 Prozent auf und kaufte sich bei der Fortive Corp. neu ein.

Bei Facebook hat er seine Position mehr als verdreifacht, bei Amazon nun zweieinhalbmal so viele Aktien wie zuvor und auch bei JD.com hat er seinen Bestand um 175 Prozent aufgestockt, nachdem er im ersten Quartal erstmal hier eingestiegen war.

Top Positionen am Ende des dritten Quartals

Mit knapp 29 Prozent Anteil bleibt Healthcare weiterhin der am stärksten gewichtete Sektor in Halvorsens, auch wenn Adaptive Biotechnologies nach dem fulminanten Börsengang im zweiten Quartal anschließend etwas Federn lassen musste und auf den zweiten Rang in Halvorsens Portfolio zurückfiel. Zyklischen Konsumwerte schoben sich auf den zweiten Platz vor mit 19,6 Prozent vor den Technologiewerten mit 19,4 Prozent. Es folgen Communication Services miot 16 Prozent und Industriewerte mit 8,3 Prozent.

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Amazon liegt nun auf dem Spitzenplatz und hat die Position mit Adaptive Biotechnologies getauscht. Es folgen Netflix, Facebook und Krankenhauskonzern Anthem. Den fünften Rang nimmt die „neue Skandalnudel“ Boing ein, wo es zurzeit heiße Spekulationen gibt, Warren Buffett könnte den kriselnden Flugzeugbauer übernehmen wollen. Auf den Plätzen sechs bis zehn folgen mit Microsoft, JD-com, Salesforce und Square weitere Technologiewerte.

Aktie im Fokus: Fortive Corp.

Die global agierende Industrieholding Fortive beschreibt sich selbst als „neues Unternehmen mit tiefen Wurzeln“. Dahinter verbirgt sich, dass Fortive erst seit 2016 in dieser Form existiert, denn zuvor war man Teil der Danaher Corp. eines über mehr als 40 Jahre lang erfolgreichen Beteiligungskonglomerats. Im Juli 2016 erfolgte dann die Trennung im Wege eines Spin-offs, bei dem das eher klassische Industriegeschäft als Fortive Corp. abgespalten und fortan separat an der Börse gelistet wurde.

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Fortives Portfolio besteht aus starken Marken, die in den von ihnen bedienten Märkten führend sind, und bedient die Sparten Feldinstrumentierung, Transport, Sensorik, Produktrealisierung, Automatisierung und Spezialisierung sowie Franchise-Vertrieb.

Diese Ausrichtung ist auch der Grund dafür, dass es im letzten Jahr für Fortive nicht wirklich überzeugend lief. Die weltweit zunehmenden wirtschaftlichen Spannungen haben zu Nachfragerückgängen geführt, vor allem im Industriesektor, und Fortive hat den konjunkturellen Gegenwind deutlich zu spüren bekommen. Unterjährig musste man daher seine Jahresprognosen senken, was verständlicherweise nicht gut ankam bei den Anlegern.

Dabei ist Fortive nicht irgendein Unternehmen, sondern es agiert weiterhin nach dem mehr als 40 Jahre lang bewährten Danaher-Business-System. Hiernach müssen sich alle neu zugekauften Tochterunternehmen einer Optimierungskur unterziehen und bestimmte, genau festgelegte Management- und Steuerungssysteme implementieren. Selbstredend unterwerfen sich auch die Bestandsunternehmen einer fortlaufenden Überprüfung, wodurch stets neue Synergien zwischen den jeweiligen Töchtern und Optimierungspotenziale innerhalb der einzelnen Unternehmen lokalisiert und gehoben werden.

Nach dem Spin-off ist vor dem Spin-off

Die Ursprungsgesellschaft Danaher war zu unübersichtlich und zu wenig fokussiert geworden, so dass man sich zu einer Aufspaltung entschied. Nach dem erfolgreichen Spin-off der Fortive Corp. hat Danaher kürzlich seine Dentalsparte Envista in die Selbständigkeit entlassen und auch Fortive hat den großen Vorteil erkannt, den schlagkräftigere Unternehmen mit klarem Fokus auf ihre Kernkompetenzen bieten. Daher verwunderte es auch nicht, dass vor einigen Monaten angekündigt hat, sich in zwei voneinander unabhängige börsennotierte Unternehmen aufzuspalten. Die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte 2020 abgeschlossen werden.

Im Zuge dessen wird aus Fortive ein Industrietechnologieunternehmen mit einem differenzierten Portfolio wachstumsorientierter Unternehmen, das signifikante wiederkehrende Einnahmen, hochattraktive Margen und einen starken freien Cashflow erzielen soll.

Und noch ohne endgültigen Namen, und daher als „NewCo“ bezeichnet, wird der das andere ein globales Industrieunternehmen, das sich auf die Wachstumschancen in den sich schnell entwickelnden Transport- und Mobilitätsmärkten konzentrierte und über ein Portfolio führender Marken in den Bereichen Einzelhandels- und Handelstanks, Flottenmanagement sowie Kfz-Service- und Reparaturlösungen verfügt.

Spin-offs entwickeln sich zumeist hervorragend, sowohl operativ als auch bezüglich ihres Aktienkurses. Die separat agierenden Einheiten sind agiler und müssen nicht auf die Belange anderer Sparten Rücksicht nehmen oder auf die Balance innerhalb eines größeren Konzerns. Da auch künftig das Wachstum nicht nur organisch, sondern auch durch attraktive Zukäufe erfolgen wird, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass auch die getrennten Unternehmen sich bald eine Führungsrolle in ihren Teilmärkten erobert haben werden.

Für Anleger bietet sich hier eine interessante Gelegenheit, aber „Tigercub“ Andreas Halvorsen hat auch noch eine zweite Entwicklung im Blick. Denn Fortive gehörte im vergangenen Jahr zu den schlechter performenden Werten an der Wall Street und nachlassende Sorgen um den US-China-Handelskonflikt und eine Erholung der weltweiten Konjunktur wird einem konjunktursensiblen Unternehmen wie Fortive in die Karten spielen. Die Erwartungen an das Unternehmen sind eher bescheiden, daher bietet sich hier einiges an positivem Überraschungspotenzial. Und mit einem Kurszuwachs von rund 15 Prozent im vierten Quartal scheint sich Fortive von seinem Durchhänger im Sommer auch schon wieder zu erholen. Bis hierhin hat Andreas Halvorsen auch bei Fortive alles richtig gemacht und die Chancen stehen gut, dass dies erst der Anfang der positiven Entwicklung war.

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