Boeing entwickelt den neuen Kampfjet der US-Luftwaffe! Bringt die F-47 die Rettung für den angeschlagenen Flugzeugbauer?
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Das strauchelnde Luft- und Raumfahrtunternehmen Boeing (BA) hat einen wichtigen Vertrag für Tarnkappen-Kampfjets der sechsten Generation der US Air Force bekommen. Laut Präsident Donald Trump und Verteidigungsminister Pete Hagseth wird Boeing den Nachfolger der F-22 Raptor entwickeln. Das Programm des Next Generation Air Dominance NGAD ist mit Entwicklungs- und Fertigungsgeldern in Höhe von 20 Mrd. USD verbunden, um den Kampfjet F-47 zu bauen. Außerdem konnte Boeing einige wichtige Bestellungsaufträge mit der Malaysia Aviation Group unterzeichnen. Investoren schöpfen wieder Hoffnung bei dem angeschlagenen Flugzeugbauer und lassen die Aktie im Freitagshandel um 3 % auf über 178 USD steigen.
F-47 wird das neue Kampfflugzeug der sechsten Generation
Laut einer Pressemitteilung von Boeing vom 21. März 2025 und einer Verkündung durch Präsident Trump hat die US Air Force im Rahmen des NGAD-Programms Boeing als Plattform für sein Kampfflugzeug der nächsten Generation ausgewählt. Die F-47 wird ein hochmodernes Kampfflugzeug der sechsten Generation und soll die Luftüberlegenheit der USA sichern. Boeing kümmert sich bei dem Flugzeug um die Entwicklung, den Bau und die Auslieferung und soll neue Maßstäbe und technische Fortschritte hinsichtlich Reichweite, Überlebensfähigkeit, tödlicher Treffgenauigkeit und Tarnkappenfähigkeit setzen. Die F-47 entspricht der Nummer von Präsident Donald Trump, der aktuell der 47. Präsident der USA ist. Nur ein Zufall?
"Wir kennen jedes andere Flugzeug. Ich habe sie alle gesehen, und es kommt nicht einmal annähernd heran. Das ist das nächste Level.", sagte Donald Trump.
KI-gestützte Drohnenflügelmänner, Tarnkappentechnik und modernste Triebwerke
Als Collaborative Combat Aircraft CCA sollen bewaffnete Drohnenflügelmänner zum Einsatz kommen, die der Pilot mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz für Luftwehrabwehrmissionen, Luftkämpfe und Angriffe auf Bodenziele steuern kann. Das noch unbekannte Stealth-Design wird wohl Verbundwerkstoffe statt Metalllegierungen für eine verbesserte Kühlfunktion durch thermische Tarnung verwenden. Ein adaptives Triebwerk könnte für eine größere Reichweite durch eine automatische Umschaltung zwischen Hochschub- und Leistungsmodus erzielt werden. Genauere Details über das Flugzeug sind noch geheim.
Boeing setzt sich gegen Konkurrenten wie Lockheed Martin durch
Der jahrzehntelange Vertrag ist zu Beginn mit 20 Mrd. USD dotiert und es könnten weitere 100 Mrd. USD folgen, wenn der Kampfjet Ende des Jahrzehnts in Produktion gehen soll. Boeing besitzt eine jahrelange Erfahrung mit der Entwicklung von modernsten Kampfflugzeugen der NGAD-Systemfamilie und konnte bereits für weltweite Militärkunden zahlreiche Entwicklungsarbeit leisten, darunter die P-51 Mustang, die F-4 Phantom, die F15-EX Eagle, die F/A-18 Super Hornet und die EA-18G Growler. Boeing konnte sich bei der F-47 dieses Mal gegen seinen Konkurrenten Lockheed Martin (LMT) durchsetzen, nachdem dieser mit der F-35 und F-22 die Entwicklung und den Bau von Jets der fünften Generation bekommen hatte. Das neue NGAD-Programm wird die F-22 Raptor von Lockheed Martin ersetzen.
Boeing kämpft seit Jahren mit Verlusten und steckt in einer Qualitätskrise
Derzeit beschäftigt sich Boeing mit seinen Betriebsproblemen, den Verlusten in Milliardenhöhe und konnte zuletzt 2018 einen Jahresgewinn erzielen. Das Unternehmen kämpft mit jahrelangen Qualitätsproblemen im Verkehrsflugzeuggeschäft, darunter die tödlichen Abstürze der 737 Max bei Alaska Airlines im Januar 2024, ein zweimonatiger Streik seiner Maschinisten, Stellenabbau und Verzögerungen bei der Produktion seiner Maschinen. Unter anderem verlor man fast 2 Mrd. USD bei dem Upgrade der Air Force One. Das Verteidigungsgeschäft macht ein Drittel seines Umsatzes aus und das jetzige Vertrauen durch die US-Regierung könnte dem krisengebeutelten Flugzeugbauer den benötigten Auftrieb für sein Kampfjet-Produktionsgeschäft in St. Louis, Missouri, geben. Die F-47 dürfte mit Kosten von über 300 Mio. USD das teuerste Kampfflugzeug der Geschichte werden und die 80 bis 100 Mio. USD teure F-35 der US-Luftwaffe ablösen. Boeing plant bereits für 2027 die Einstellung seiner F/A-18 Super Hornet-Produktion. Finanzvorstand Brian West hat bereits angekündigt, den Liquiditätsverbrauch in diesem Quartal deutlich zu senken und die monatliche Produktion auf die von der FAA begrenzte Anzahl von 38 Flugzeuge vom Typ 737 Max und sieben 787 Dreamliner zu steigern.
Malaysia Aviation Group bestellt bis zu 60 Flugzeuge vom Typ 737 MAX
Boeing konnte ebenfalls den Abschluss einer Festbestellung durch die Malaysia Airlines verkünden. Demnach hat die südostasiatische Fluglinie 18 737-8 und 12 737-10 Schmalrumpfjets bestellt mit der Option für 30 weitere zur Erneuerung seiner Flotte mit treibstoffeffizienteren Flugzeugen mit erhöhter Sitzplatzkapazität. Laut Schätzungen ist Südostasien der am schnellsten wachsender Markt für kommerzielle Luftfahrt. In den nächsten 20 Jahren soll sich dieser mehr als verdreifachen. Außerdem hat die zweitgrößte Fluggesellschaft Asiens Korean Air ebenfalls einen Vertrag mit Boeing über 24,9 Mrd. USD zur Anschaffung von 50 neuen Flugzeugen bis 2033 abgeschlossen. Die Bestellung umfasst jeweils 20 Exemplare der Modelle 777-9 und 787-10, wie aus einer Erklärung des südkoreanischen Handelsministeriums vom 21. März hervorgeht.